Mitmachen als Helferin oder Helfer im aktiven Dienst

Das Technische Hilfswerk zählt zu den modernsten Hilfsorganisationen weltweit. Getragen durch eine ehrenamtliche Helferbasis, unterstützt durch – im Verhältnis dazu – wenige hauptamtliche Verwaltungseinheiten, wird ein breites Spektrum an hochspezialisiertem Know-How und Gerätschaften bereitgehalten, um bei verschiedenartigen Schadensarten zielgerichtet und kompetent technische Hilfe leisten zu können.

Im Folgenden möchten wir Ihnen den möglichen THW-Werdegang anhand unseres Aus- und Weiterbildungsangebotes näherbringen.

Der erste Schritt zur Einsatzbefähigung: die Grundausbildung

Das fachliche Fundament für die Tätigkeit im THW vermittelt die etwa neunmonatige Grundausbildung. Erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder führen die neuen Mitglieder in die vielfältigen Arbeitsbereiche ein. Neben den Grundlagen zu Aufbau und Einsatzstruktur des THW sowie der Unterweisung in Sicherheits‐ und Unfallverhütungsvorschriften lernen die Helferanwärterinnen und -anwärter nahezu die gesamte Geräteausstattung unserer Einsatzfahrzeuge, deren Bedienung und das mögliche Einsatzspektrum kennen.

Die Grundausbildung ist zur Vermittlung eines fundierten Überblickswissens sehr breit aufgestellt und mit einem ausgewogenen Praxisanteil geeignet um verschiedene Arbeits‐ und Rettungstechniken erlernen zu können. Vorkenntnisse sind zwar hilfreich, jedoch werden alle Themen von Grund auf in Theorie und Praxis während der Grundausbildung erarbeitet.

Die Grundausbildung endet mit einer praktischen und theoretischen Prüfung. Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben die neuen Helferinnen und Helfer die Grundlage ihrer Einsatzbefähigung und beginnen ihren aktiven Dienst in den Einheiten der beiden Technischen Züge oder im Stab.

Gesteinsbearbeitung
Bewegen von Lasten
Metallbearbeitung

Wie geht es danach weiter? Spezialisierung in den Einheiten: die Fachausbildung

Mit dem Wechsel in die Technischen Züge beginnt die Fachausbildung in der zugewiesenen Einheit. Hier werden die Grundkenntnisse vertieft sowie für die Teileinheiten spezifische Fachkenntnisse und Fertigkeiten zusätzlich erworben.

  • Der Zugtrupp unterstützt den Zugführer in der Führung der ihm unterstellten Einheiten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Erkundung von Einsatzstellen, dem Führen von Lagekarten und der Kommunikation mit über‐ und untergeordneten Einheiten und Einsatzleitungen.

  • Als „Allroundeinheiten“ decken die Bergungsgruppen ein breites Spektrum an Themen ab. Schwerpunkte bilden die Personenrettung mit technischen Hilfsmitteln, der Umgang mit Werkzeugen zur Holz‐, Metall‐ und Gesteinsbearbeitung, das Bewegen von Lasten sowie die Herstellung behelfsmäßiger Wege und Übergänge.

  • Rund um Infrastruktur geht es in den Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung: Diese Einheiten können behelfsmäßige Unterkünfte einrichten, sorgen für Licht und Strom und erbringen logistische Unterstützung rund um die Einsatzstelle. Mit ihren Tauchpumpen bekämpfen sie Überschwemmungen, vorrangig in Gebäuden.

  • In der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen steht die fachgerechte Bekämpfung von Überflutungen ebenso auf dem Ausbildungsplan wie das Sichern von Deichen und die Instandsetzung von Rohrleitungen.

  • Für Spannung sorgt die Fachgruppe Elektroversorgung: In der Ausbildung wird der Fokus auf elektrospezifische Tätigkeiten wie die Stromversorgung von kritischer Infrastruktur sowie Instandsetzungsarbeiten im Freileitungsbau gelegt.

Menschenrettung
Wasserförderung
Motorsäge

Und außerhalb der eigenen vier Wände? Fortbildung durch Bereichsausbildungen und Lehrgänge

Neben der Fachausbildung in den Teileinheiten erfolgt eine weitergehende Spezialisierung im Rahmen der Fachlaufbahn durch die Wahrnehmung von Zusatzfunktionen, etwa in den Bereichen Sprechfunk, Kraftfahrwesen, Bedienung von Motorsägen, Atemschutz, thermisches Trennen und Schweißen, verschiedenen Maschinistenlehrgängen oder als Sanitätskräfte. Die zusätzlich erforderliche Ausbildung erfolgt überwiegend am Standort in überörtlicher Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsverbänden (Bereichsausbildung) oder in bestimmten Fällen an den THW-eigenen Ausbildungszentren im Rahmen von Lehrgängen (3-tägig bis 2-wöchig).

In der Führungslaufbahn erfolgt die Qualifikation in verschiedene Führungsfunktionen. Die Ausbildung hierzu erfolgt nahezu ausschließlich an den THW-Ausbildungszentren.

Eine Alternative zum Dienst in den Einsatzeinheiten ist die Verwendung im OV‐Stab. Verschiedene Tätigkeitsfelder fordern dabei Organisationstalent und eigenverantwortliches Handeln.

Kraftfahrerausbildung
Flughelferlehrgang
Atemschutz

Zusammenarbeit braucht Training: Übungen mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen

Bei Großschadenslagen treffen nicht nur THW-Einheiten aus größeren Regionen oder dem ganzen Bundesgebiet zusammen. Hier sind immer auch zahlreiche Einheiten anderer Hilfs- und Rettungsorganisationen, der Feuerwehren sowie der Landes- und Bundespolizei im Einsatz.

An Großschadenslagen orientierte Übungsszenarien werden gerne regelmäßig gewählt, um lokal oder (über-)regional die interdisziplinäre Zusammenarbeit, insbesondere das Zusammenspiel der unterschiedlichen Führungsstrukturen, zu trainieren.

Spezialgerät
Großübung
Übungsunterstützung

And abroad? Hilfe im Ausland – humanitär und professionell

Das THW genießt im Ausland ein hervorragendes Ansehen. Ob bei der Einrichtung und Betreuung von Flüchtlingslagern, der Trinkwasseraufbereitung in Krisenregionen oder bei Naturkatastrophen: Hochprofessionell gehen die Expertinnen und Experten des THW an die weltweit gestellten Aufgaben heran.

Für den Auslandseinsatz werden neben weiteren technisch-fachlichen Skills (Logistik, Führung, usw.) auch Grundsätze interkultureller Verständigung vermittelt sowie der erforderliche Gesundheitsschutz über notwendige Impfungen hergestellt.

Frankreich 2003
Philippinen 2013
Tunesien 2019

Und was braucht man nun zum Anfangen?

Der Dienst im THW steht grundsätzlich allen Interessierten offen. Aufgrund der Anforderungen und Belastungen im Einsatz sowie wegen unseres besonderen Charakters als Bundesbehörde gelten allerdings folgende Einschränkungen:

  • Mindestalter bei Abschluss der Grundausbildung 18 Jahre

  • körperliche und geistige Eignung

  • ständiger Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland (die Mitwirkung ist unabhängig von der Staatsangehörigkeit)

  • makelloses polizeiliches Führungszeugnis

Sind diese Kriterien erfüllt, so stellen Sie einen Aufnahmeantrag, über den der Ortsbeauftragte entscheidet.

Sie sind bereit, Freizeit im erforderlichen Umfang für die uns übertragenen Aufgaben aufzubringen und haben Interesse am überwiegend technischen Betätigungsfeld des THW? Sie verfügen über ein geregeltes Berufsleben, wobei Ihre Wochenenden überwiegend arbeitsfrei sind?

 

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Besuchen Sie uns und lernen Sie den Ortsverband hautnah kennen. Unser Ausbildungsbeauftragter beantwortet gerne in einem persönlichen Gespräch all Ihre Fragen rund um unsere Organisation, Ihre Mitwirkungsmöglichkeiten und die Modalitäten der Ausbildung.

Wir freuen uns auf Sie!

Kontaktieren Sie uns