20.10.2018, von Florian Dahm

Organisationsübergreifende Ausbildung zur Löschwasserbereitstellung

Mehrere tausend Einsatzkräfte, unzählige Dienststunden, über 100 Millionen Euro Schaden: Der Moorbrand in Meppen demonstrierte vor wenigen Wochen eindrucksvoll die Zerstörungskraft, die Feuer in der Natur entfesseln kann. Szenarien wie dieses fordern die geballte Power der Hilfsorganisationen.

Von der THW-Großpumpe verläuft eine Schlauchstrecke um den künstlichen See herum zur Übungsstelle, an der Fahrzeuge von THW und Feuerwehr bereitstehen.

Um die Übung realistisch zu gestalten, erfolgt der Wassertransport über eine 200 m lange Schlauchstrecke und gegen ein Gefälle. Die Großpumpe 'Hannibal' unserer Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen kann mit ihrer Förderleistung von 7.000 l/min problemlos beide Löschfahrzeuge bedienen.

Entscheidend für eine schnelle und wirkungsvolle Bekämpfung von Großbränden ist die reibungslose Zusammenarbeit an den Schnittstellen. Anders als im bebauten Raum stellt die Bereitstellung großer Mengen von Löschwasser bei Wald- und Moorbränden eine besondere Herausforderung dar. Der Transport großer Wassermengen über kilometerlange Distanzen, womöglich über größere Höhenunterschiede hinweg, erfordert besondere Ausstattung, die im Dienstalltag der meisten Feuerwehren selten benötigt wird und deshalb nur begrenzt zur Verfügung steht.

Hier spielt das mehrschichtige System des Bevölkerungsschutzes in Deutschland seine Stärke aus: Die Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen des THW sind unter anderem auf diese Aufgabe spezialisiert und können mit ihrem Equipment und Fachwissen die Bereitstellung von Löschwasser übernehmen. So bleiben die Ressourcen der Feuerwehren frei für ihr Kerngeschäft, die Brandbekämpfung.

Damit dieses Zusammenspiel im Ernstfall funktioniert, ist gemeinsames Training notwendig. Gemeinsam mit der Abteilung Obermenzing der Freiwilligen Feuerwehr München erproben die Fachgruppe W/P und die Bergungsgruppen des 1. Zuges die Übergabe von Löschwasser. Die Herausforderung besteht darin, die Förderleistung der unterschiedlich starken Pumpen von THW und Feuerwehr so auszutarieren, dass der Löschwasserbedarf jederzeit flexibel gedeckt werden kann.

Neben der Übung des konkreten Szenarios nutzen die Einheiten den Tag auch dazu, gegenseitig Fahrzeuge und Ausstattung kennenzulernen. Im Einsatzfall hilft dieses Wissen, schnell gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Wir bedanken uns bei der Abteilung Obermenzing herzlich für die Zusammenarbeit!


  • Von der THW-Großpumpe verläuft eine Schlauchstrecke um den künstlichen See herum zur Übungsstelle, an der Fahrzeuge von THW und Feuerwehr bereitstehen.

  • Um die Übung realistisch zu gestalten, erfolgt der Wassertransport über eine 200 m lange Schlauchstrecke und gegen ein Gefälle. Die Großpumpe 'Hannibal' unserer Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen kann mit ihrer Förderleistung von 7.000 l/min problemlos beide Löschfahrzeuge bedienen.

  • Zwei Feuerwehrfahrzeuge entnehmen über Schläuche Wasser aus Faltbehältern des THW, die über eine Zuleitung von der Großpumpe (nicht im Bild) aus befüllt werden. An jedem Fahrzeugheck erläutert ein Maschinist der Feuerwehr vor einer Gruppe von THW-Helferinnen und -Helfern die Funktionsweise der Fahrzeugpumpe.

  • An einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (li.) und einem Löschfahrzeug wird die Wasserversorgung aus unseren Faltbehältern erprobt. Die Ausstattung von Fahrzeugen mit festmontierten Pumpen ist im THW unüblich, so bildet die Übung eine Gelegenheit, von den Maschinisten der Feuerwehr die Besonderheiten dieser Systeme erläutert zu bekommen.

  • THW-Helferinnen und -Helfer stehen im Halbkreis um die linke Seite des Heckaufbaus eines Feuerwehrfahrzeugs. Ein Feuerwehrmann zeigt die Fahrzeugausstattung.

  • 'Geht nicht' gibt's nicht: Da der schwere Saugschlauch des Löschfahrzeugs die Seitenwand des gerüstlosen selbstaufrichtenden Faltbehälters niederdrücken würde, ist hier eine Hilfskonstruktion vonnöten. Übungen wie die heutige bieten die Gelegenheit, solche Stolperfallen zu identifizieren und ohne den Zeitdruck eines realen Schadensfalls praktikable Lösungen zu entwickeln.

  • Ein Feuerwehrfahrzeug steht mit dem offenen Heck zu einem selbstaufrichtenden Faltbehälter voll Wasser. Dazwischen steht eine Bockleiter, an der THW-Helferinnen und -Helfer sowie Feuerwehrleute einen Schlauch festbinden, der vom Fahrzeug in den Behälter verläuft.

  • Die Einsatzkräfte beider Organisationen nutzen die Gelegenheit, gegenseitig die Ausstattung der Fahrzeuge zu erkunden. Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gibt: Die unterschiedlichen Kernaufgaben von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk schlagen sich vielfältig in der Beladung, aber auch im Aufbau der LKW wieder.

  • Ein Highlight ist die kleine Einweisung am Hohlstrahlrohr, wie es die Feuerwehr im Löschangriff einsetzt. Die Brandbekämpfung zählt nicht zu den Aufgaben des THW, deshalb 'schnuppern' die Helferinnen und Helfer hier gerne in das ureigene Revier der roten Kameradinnen und Kameraden hinein.

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.



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