18.11.2017, von Florian Dahm

November: In feindlicher Umgebung

Menschenrettung bei Brandrauch und Klärgas: Zwei anspruchsvolle Szenarien mussten in der diesjährigen Atemschutz-Einsatzübung bewältigt werden.

THW-Helfer werden vor dem Führungsfahrzeug vom Übungsleiter in das Szenario eingewiesen.

Zunächst werden die Helfer vom Übungsleiter in das Szenario eingewiesen. Sie bilden Zweiertrupps, die im Folgenden Einsatzaufträge erhalten.

Bei frostigen Temperaturen absolvierten unsere Atemschutzgeräteträger ihre vorgeschriebene jährliche Übung auf dem Übungsgelände des Ortsverbands Freising. Zunächst galt es, Verletzte mit unterschiedlichen Hilfsmitteln von einem Turm zu retten. Der simulierte Eigenunfall eines Helfers rief den Sicherungstrupp auf den Plan: Mittels Leiterhebel wurde die ‚bewusstlose‘ Einsatzkraft schnell aus dem Gefahrenbereich gerettet.

Nachmittags erhielten die Helfer eine komplexere Aufgabe: Eine Vermisstensuche im überfluteten Klärwerk führte in enge verrauchte Schächte, unter einem Unfall-PKW musste eine eingeklemmte Person schnell befreit und erstversorgt werden.

Zum Einsatz kam diesmal auch neue Ausstattung: Dem Sicherungstrupp steht nun eine Rettungstasche mit vollständigem Ersatz-Atemschutzgerät zur Verfügung.

Unser besonderer Dank gilt Sport Schuster: Die Anschaffung zweier neuer Führungsleinen unterstützte das Münchner Traditionsgeschäft finanziell. Die Seile rollen sich beim Vorangehen aus speziellen Beuteln automatisch ab. Sie dienen nachfolgenden Trupps als Orientierung bei Dunkelheit oder Rauch und markieren den sicheren Fluchtweg zurück ins Freie.

Der Einsatz unter schwerem Atemschutz gehört zu den körperlich forderndsten Tätigkeiten im THW: Knapp 20 kg Ausrüstung tragen die Helfer mit sich, die Schutzmaske beschneidet das Sichtfeld und erschwert die Verständigung. Ca. 30 Minuten reicht der Luftvorrat, die Einsatzkräfte müssen damit sorgsam haushalten, um sich einen sicheren Rückweg offenzuhalten. Jährliche Einsatzübungen, Leistungskontrollen und arbeitsmedizinische Untersuchungen stellen die Fitness der qualifizierten Geräteträger sicher. Im Ernstfall lässt die giftige Umgebungsluft keinen Spielraum für Fehler, deshalb werden Sicherungs- und Rettungstechniken regelmäßig trainiert.

 

Doch auch unsere anderen Einheiten waren am Zugdienst nicht untätig: Das Bewegen schwerer Lasten und der Transport von Verletzten stand für die Bergungsgruppen der beiden Technischen Züge auf dem Ausbildungsplan. Die Fachgruppe W/P übte verschiedene Vermessungstechniken, während die neuen Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Beleuchtung mit vielfältigen Möglichkeiten der Einsatzstellenbeleuchtung vertraut gemacht wurden.


  • THW-Helfer werden vor dem Führungsfahrzeug vom Übungsleiter in das Szenario eingewiesen.

  • Zunächst werden die Helfer vom Übungsleiter in das Szenario eingewiesen. Sie bilden Zweiertrupps, die im Folgenden Einsatzaufträge erhalten.

  • Zwei Atemschutzgeräteträger steigen über eine Leiter in den Übungsturm auf.

  • Im ersten Szenario gilt es, einen mehrstöckigen Turm nach Vermissten abzusuchen. Der Zugang erfolgt mittels Leiter über den ersten Stock.

  • Ein Atemschutzgeräteträger begleitet eine junge Frau beim Abstieg aus dem Turm die Leiter hinab.

  • Eine Gerettete wird vom Helfer die Leiter hinabbegleitet.

  • Ein Atemschutzgeräteträger, der einen Eigenunfall simuliert, wird von vier Kameraden in einem Schleifkorb fixiert und für den Transport vom Turm vorbereitet.

  • Auch Helfer können in Not geraten: Mittels Leiterhebel wird ein ‚bewusstloser‘ Geräteträger im Schleifkorb vom Turm abgelassen. Sicherungs- und Rettungstechniken stellen im Atemschutz eine besondere Herausforderung dar und werden deshalb regelmäßig trainiert.

  • Ein Atemschutzgeräteträger kriecht durch einen Wanddurchbruch ins Freie. Dichter Rauch quillt aus der Öffnung hinter ihm.

  • Routine im Atemschutzeinsatz: Rauch und Dämpfe reduzieren die Sichtweite oft soweit, dass die Einsatzkräfte buchstäblich die Hand nicht mehr vor Augen sehen. Teamwork und Koordination sind gefragt, um auch unter Nullsicht Verletzte zu finden oder technische Arbeiten auszuführen.

  • Zwei Atemschutzgeräteträger lassen eine Tauchpumpe in einen verrauchten Schacht ab.

  • Beinahe das gesamte Leistungsspektrum der Bergungs- und Fachgruppen kann auch unter schwerem Atemschutz bedient werden: Das Auspumpen überfluteter Keller, Garagen und Schächte ist wegen ausgelaufenen Öls oder giftiger Dämpfe oft nur mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen möglich.

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